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Ein Mann findet seine Form (Nordwest-Zeitung) (
28.09.2004 ) |
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EisenhauerTraining - Stärkung ohne Schnickschnack erobert die Republik.
Oldenburg - "Ich war mal ein ganz schmächtiger Bursche." Der das sagt, heißt Detlef Eisenhauer (52). Heute hat er ein Kreuz wie ein Kleiderschrank und sein Name prangt an Fitness-Studios seiner Franchise-Kette in ganz Deutschland. Eisenhauer hat eine Sportler- und eine Unternehmensseele ("Ich wollte immer selbständig sein"), und beide zusammen haben eine Trainingsphilosophie als tragfähiges Fundament eines erfolgreichen Unternehmens mit seinem Namen geschmiedet. "Stolz? Klar macht mich das stolz", sagt Eisenhauer. "Aber das verpflichtet auch; alles fällt auf mich zurück." Damit da nichts schief geht, ist das Unternehmen straff organisiert. In der Franchisezentrale an der Wilhelshavener Heerstraße wird jedes neue Studio akribisch geplant: "Wir entlasten die Betriebsleiter von Organisation, Einkauf, verhandeln selbst mit dem Vermieter über notwendige Um- und Ausbauten", sagt Eisenhauer. An der Wand hinter ihm hängt der millimetergenaue Grundriss des Studios in Nürnberg, das noch in diesem Jahr eröffnet wird. Das hat Gründe. Eisenhauer steht für eine ganz eigene Philosophie des Trainings. "Bei uns lenkt nichts vom Training ab", sagt Eisenhauer. In den Studios gibt es keine Musik, keine Palmen, keine Bar, Keine Fernseher. Tödlich, würden Trendforscher sagen. Darüber kann Eisenhauer nur lächeln. "Es geht bei mir um das Ergebnis", sagt er, "nicht um Zeitvertreib und Spielerei."
Deswegen hat er Geräte installiert, die Trainierende zur korrekten Bewegung zwingen: Das minimiert Verletzungsrisiko durch falsche Haltung. Zur Sicherheit bekommt jeder Neukunde einen Bogen, auf dem Hausarzt und Orthopäden notieren, was der Klient nicht darf. Denn: "Die meisten kommen wegen Rückenproblemen", sagt Eisenhauer. "Deswegen bleiben sie bei der Stange. Und ", er beugt sich vor, "weil man bei uns in 30 Minuten mit dem Training durch sein kann."
Damit spricht Eisenhauer eine klare Zielgruppe an: Menschen, die Schmerzen loswerden und dabei keine Zeit verplempern wollen. "Wenn wir ein Studio eröffnen", sagt Eisenhauer, "kommen bis zu 80 Prozent Leute, die vorher noch nie trainiert haben." Nicht, dass Eisenhauer das "andere Trainieren" nicht kennen würde. Sein erstes Studio, 1983 in Oldenburgs Kreyenstraße eröffnet, hatte das alles: Bar, Palmen, Musik. "Aber dann lernte ich die US-Methode kennen,
bei der es nur um pure Ergebnisse ging - das hat mich fasziniert." So sehr, dass er sie verfeinerte, akribisch ausarbeitete: Ein siebenbändiges Handbuch ist Resultat. Nur darauf verlässt er sich. "Manchmal muss man auch aus dem Bauch entscheiden." Zum Beispiel, als er in Hannovers City einen Standort ohne Parkplätze eröffnen wollte - und ihm alle davon abrieten. "Ich guckte mir das an und sah, dass die Hannoveraner auch mit Bahn oder Fahrrad kommen." Der Standort floriert, Eisenhauer breiter Rücken gegenüber Ratgebern zahlte sich aus. Nicht zum ersten Mal: "Beim ersten Studio wollten die Banken nicht mitziehen. Da stellten wir eine eigene Finanzierung auf die Beine. Das hat auch Skeptiker überzeugt." Der einst schmächtige Bursche hat seine Form gefunden. |
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